Die Risiken von Gefahrguttransport

Bestimmte gefährliche Stoffe oder Gegenstände, die solche Stoffe enthalten, bezeichnet man als Gefahrgut. Sie stellen aufgrund ihrer Eigenschaften, ihrer Natur oder ihres Zustandes ein besonderes Risiko für die Allgemeinheit, für wichtige Gemeingüter oder für das Leben und die Gesundheit von Menschen oder Tieren dar. Rechtsvorschriften zufolge charakterisieren diese Bedingungen Stoffe und Gegenstände als gefährliche Güter. Damit gelten für den Transport besondere Bestimmungen.

Kategorien von Gefahrgut

Nach einer Systematisierung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gelten folgende Stoffe als Gefahrgut:

  • explosive Stoffen (z.B. Sprengstoffe, Munition oder Feuerwerkskörper)
  • entzündbare Stoffe (z.B. Benzin, Schwefel oder entzündbare Gase)
  • selbstentzündliche Stoffe (z.B. Phosphor oder Aluminiumstaub )
  • Stoffe, die durch Kontakt mit Feuchtigkeit entzündbare Gase bilden (z.B. Kalium oder Natrium)
  • entzündend wirkende Stoffe (z.B. Wasserstoffperoxid oder organische Peroxide)
  • giftige Stoffe (z.B. Chlor, Anilin oder Schädlingsbekämpfungsmittel)
  • schwach giftige Stoffe (z.B. Methylenchlorid oder Bariumcarbonat)
  • ansteckungsgefährliche Stoffe (z.B. infektiöse Mikroorganismen oder infizierte Proben)
  • radioaktive Stoffe (z.B. Uran oder Plutonium)
  • ätzende Stoffe (z.B. Schwefelsäure, Salzsäure oder Natronlauge)

Sicherer Transport ist lebenswichtig

Der Begriff „Gefahrgut“ wird in der Regel nur im Zusammenhang mit dem Transport von gefährlichen Stoffen auf öffentlichen Verkehrswegen verwendet. Die Beförderung von Gefahrgut kann über den Luftweg, den Straßenverkehr, auf Schienen sowie auf Flüssen, Kanälen oder dem Meer stattfinden.

Viele Gefahrgüter stellen ein Risiko für Gewässer und Trinkwasser dar und können bei Menschen und Tieren lebensgefährliche Verletzungen des Organismus‘ verursachen. Der mit Abstand größte Anteil an Gefahrgut wird über den Straßenverkehr transportiert, wobei es sowohl zu unmittelbaren Schäden durch Kontakt als auch zu mittelbaren Schäden über Gewässerverseuchung kommen kann.

Der bei Unfällen oder unsachgerechter Verwendung durch Gefahrgüter verursachte Schaden liegt oft in Millionenhöhe. Für den Transport von Gefahrgut in kleineren Mengen kann eine KFZ-Haftpflichtversicherung mit einem entsprechenden Deckungsschutz für die Konsequenzen aufkommen. Bei unbegründeten Schadensersatzansprüchen kann sie außerdem eine Rechtsschutzversicherung ersetzen und das transportierende Unternehmen vor dem finanziellen Ruin schützen.

Der Strategische Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM) erkennt Chemikaliensicherheit als eine globale Herausforderung an. Ein besonderer Schwerpunkt der Initiative ist daher die Erarbeitung von Standards für den Transport von Gefahrgut.